Fischdruck-Erfahrungen

Bei den anderen Fischdruckerinnen zu lesen, wie ihre Stoffe entstanden sind, das „making of“ sozusagen, finde ich sehr informativ – da  trage ich gern noch meins dazu bei.

Als Sieb hatte ich mir ein kleines Sieb aus dem Jeromin-Shop bestellt – die großen fertigen Siebe, die ich gesehen habe, fand ich ziemlich teuer für einen ersten Versuch, und Material für einen Eigenbau (vom bespannten Stickrahmen mal abgesehen) hätte ich auch erst besorgen bzw. bestellen müssen. Die Siebfläche ist ca. 17 x 22 cm groß, und bei dem Versuch, die Siebgröße und die gewünschte Stoffgröße aufeinander zu beziehen, schien mir ein durchgehendes, aneinandergefügtes Muster eher kompliziert zu verwirklichen. So kam ich auf die Idee, Einzelmotive ohne Raster und Rapport spontan über den Stoff zu verstreuen. Dafür war es handlicher, den Stoff erst zuzuschneiden und dann die acht Teile einzeln zu bedrucken.

Zunächst hatte ich zwei Einzelmotive, jeweils noch deutlich kleiner als mein kleiner Rahmen: den großen Fisch und die Welle, die ich jeweils aus Freezerpaper schnitt. Und dann kam erst einmal der Kampf mit der Drucktechnik! Bei meinen ersten Versuchen drückte sich immer Farbe unter das Papier. Ich glaubte zuerst, ich hätte zu viel Farbe genommen, aber mit weniger Farbe wurde es eher schlimmer, weil ich mehrmals nachrakeln mußte. Ein leicht panischer Versuch mit einem Rahmen aus Stickrahmen und Fliegentüll, wie ich es bei Maren gesehen hatte, war noch verheerender. Der Schlüssel war dann aber die Unterlage: bei den ersten Versuchen hatte ich weiche Stoffe nur lose untergelegt. Dann habe ich mir einen festen Untergrund gebaut, indem ich eine alte Bilderrahmenrückwand mit einer Lage Vliesputztuch und zwei Lagen aus einem alten Sweatshirt bespannte. Das war wohl die richtige Kombination von flexibel, fest und glatt, so daß beim Rakeln das Sieb mit dem Freezerpaper wirklich fest auf dem Stoff auflag und keine kleinen Hohlräume entstanden, in die sich die Farbe hätte quetschen können.

Nun druckte ich zuerst die Fische auf allen Stoffstücken, nach dem Trocknen die Wellen dazwischen. Als Zeichnung war es mir ganz gut gelungen, die Fische und Wellen in einer guten Dichte über eine Fläche zu verteilen. Beim Drucken war das deutlich schwieriger, weil ich das Sieb ja nur dort auflegen konnte, wo unter der ganzen Siebfläche keine feuchte Farbe war. Wie dicht es wurde, hat bei den acht Stoffstücken dann auch sehr variiert – je nachdem, wie es paßte.

Damit wäre ich nach meiner ersten Idee fertig gewesen, aber ich fand den Stoff teilweise zu „leer“. Und mit allen Fischen in die gleiche Richtung fehlte mir ein bißchen Spannung. So kamen dann im Nachhinein ein paar Tage später noch die Gruppen von drei kleinen Fischlein im Gegenverkehr hinzu. Insgesamt habe ich in drei Durchgängen für jedes Stoffrechteck das Sieb so um die 12-15 Mal geflutet, angesetzt und gerakelt, was aber ganz flott ging. Nur daran, zwischendurch noch ein paar Fotos zu machen, habe ich nicht gedacht …

fischstoff2

Wenn  ich die gleiche Aufgabe mit dem Wissen von jetzt nochmal anginge, würde ich es wahrscheinlich anders machen. Aber für diesmal war’s genau richtig so, und ich finde mein Ergebnis wirklich ok für ein erstes Mal mit einer neuen Technik.

Inzwischen sind längst die letzten beiden Stoffe eingetroffen – beide sehr, sehr schön! Die zeige ich beim nächsten Mal.

 

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1 Kommentar zu Fischdruck-Erfahrungen

  1. Schön. Ich verfolge die unterschiedlichen kreativen Prozesse wirklich gerne. Das nächste Mal werde ich es auch mit Freezer-Papier versuchen (mein Transparentpapier wellte sich schrecklich), aber zuvor hatte ich nicht mal eine Ahnung, dass es Freezer-Papier überhaupt gibt. Und der Hinweis auf die Unterlage hilft mir sehr weiter, denn ich hatte auch das Verschmier-Problem.
    Deine Zusatz-Fische machen den Stoff gerade so schön. LG mila

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