Gute Frage

Gestern, an meinem Wohnzimmertisch. Hauskreis. Bibelteilen.

Wir lasen den Schluß von Joh 11 und, weil die paar Verse uns zuwenig waren, den Anfang von Joh 12 zusammen; im Nachhinein eigentlich keine gute Entscheidung, wenn Ihr mich fragt. Fast die gesamte Gesprächszeit ging dafür drauf, was nun von der Prophetie des Kajaphas zu halten wäre. Als wir dann doch endlich noch zur Salbung in Bethanien kamen (eine Stelle, die ich absolut liebe), verschob sich das Gespräch ganz schnell auf die andere Geschichte mit Maria und Martha aus dem Lukasevangelium, und wie das nun ist mit der perfekten Gästebewirtung und dem Sitzen zu Jesu Füßen.

Eine Freundin meinte: Komisch, daß es einen immer zum einen hinzieht, und dann macht man doch das andere: ich finde die Maria so toll, ich würde genauso zu seinen Füßen sitzen wollen und dann trotzdem die ganze Zeit in der Küche stehen und Jesus verpassen. Darauf ich: Würde mir nicht passieren, ich würde mich mit Sicherheit zu ihm setzen (ok, irgendwas zum essen, was ich ihm anbieten kann, würde ich schon finden, aber sicher keine Minute länger in der Küche stehen als unbedingt nötig …)

Und dann, ganz zum Schluß, kam jemand nochmal darauf zurück: „Eins muß ich noch fragen. Du hast gesagt, Du würdest Dich mit Sicherheit zu Jesus setzen. Warum tust Du es dann nicht …?“

BÄM!

Der Preis für die beste Frage des Jahres geht hiermit an Gisela.

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4 Kommentare zu Gute Frage

  1. „Warum tust Du es dann nicht?“ — Ist „es“ nicht genau das, was ihr beim Hauskreis tut? Ich meine, Bibelteilen klingt doch sehr nach „ich setze mich Jesus zu Füßen und höre Ihm zu“.

    Und da es bei Dir war, hast Du doch bestimmt vorher was aus der Küche geholt und den anderen Gliedern des Leibes Christi vorgesetzt, oder? :-)

    • Okay, so KANN man es AUCH sehen. 😉
      Aber in dem Moment hat es mich eben mitten in meine, hmmm, sagen wir: spirituelle Trägheit getroffen.

  2. Das ist echt eine gute Sichtweise! Da könnt ich ja durchaus mal mit mein Klienten lernen: Statt mich niederzumachen mal schauen, wo es denn schon klappt! Eben im Gebetskreis oder wenn ich in der Messe bin! DAs ist ja nicht nichts! Aber ich halte an meinen Vorstellungen und SOllvorgaben fest, um mich zu frustrieren!
    Und diesem SInne: „So will ich diese Tage mit Euch leben und mit mit Euch gehen in ein neues (Lebens-)jahr.“
    Danke für alle Gemeinschaft, Bereicherung. Korrektur und Ermutigung!

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