Sockenpremiere

Nein, es ist nicht das erste Paar Socken, das ich im Leben gestrickt habe. Nur das erste seit … laßt mich überlegen … also jedenfalls über 10 Jahren. Irgendwann vorher (so Mitte der 90er?) hatte ich mal eine kleine Sockenphase gehabt, aber ich glaube, meine Lebenssockenleistung liegt noch unter 10 Paar. Was wohl hauptsächlich daran liegt, daß ich keine große Wollsockenträgerin bin, meine Füße sind auch so eigentlich immer warm (na ja, fast immer). Allerdings hatte ich im letzten Winter dann doch manchmal das Gefühl, es wäre jetzt schön, ein Paar Wollsocken zu haben. Unternommen habe ich aber erst einmal nichts.

Dann aber fing ich im Frühjahr oder Sommer an, verstärkt Näh-, Strick- und Kreativblogs zu lesen. Und nachdem ich in den Weiten des Internet dutzendfach tolle Socken aus den herrlichsten Garnen gesehen und dann am Anfang dieses Winters wieder das eine oder andere Mal leichte Fußkälte verspürt hatte, kam irgendwann der Entschluß: jetzt stricke ich mir ein Paar.

Wolle hatte ich sogar da – einen Strang Colinette Jitterbug, ein Geschenk von nowak von 2011, als es so aussah, als würde ich einige Zeit viel Muße zum Stricken haben. Letzteres stellte sich dann als Irrtum heraus, außerdem war mir nicht so recht klar, was ich eigentlich aus dem Garn machen wollte, da die Schenkerin mir – obwohl auf dem Etikett eine Sockenanleitung steht und die Wolle mir also dafür gedacht schien – davon eher abriet (ich schätze, weil es sich um 100% Merino handelt). Nun hätte die Wolle sicher ein tolles Halstuch ergeben, allerdings in einer Farbstellung, die – so cool sie ist – zu meinen gängigen Kleidungsfarben damals wie heute nicht wirklich paßt. Und so lag die Wolle seitdem da und „reifte“. Bis jetzt die Sockenstricklust kam und ich dachte: dann werden halt doch Socken daraus, ehe die Wolle noch ewig herumliegt!

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Ich habe mich also ans Werk gemacht, nach einer (offenbar etwas fragwürdigen) Maschenprobe meine Maschenzahl bestimmt, angeschlagen und losgestrickt, so, wie ich das bei den letzten Socken vor X Jahren gemacht hatte: von oben, in Rippen, mit nachträglich eingestrickter Ferse. Und dann war das Ding viel zu groß: am Fuß zu weit, insgesamt zu lang. Und die Ferse irgendwie doof. Hm. Also wieder Maschen ausgezählt, zu einem völlig anderen Ergebnis gekommen als bei der Maschenprobe. Aufgezogen. Neu angefangen, diesmal von der Spitze aus, die Ferse mit verkürzten Reihen. Das war beides technisch für mich Neuland, aber es hat mich irgendwie gereizt und war auch kein Problem. Nur war die Socke immer noch … reichlich. Hätte ich mal den Oberfuß auch wieder gerippt gestrickt wie beim ersten Versuch, das hätte die Weite etwas eingehalten! Aber egal, so ist es jetzt geblieben. Die Socken sind also groß und gemütlich. Da sie eh nur für die Wohnung gedacht sind und nicht in Schuhen getragen werden, ist das auch ok so. (Nachdem mein bevorzugter Zuhause-Look weitgehend aus freundlichem Schwarz besteht, ist das mit den Farben übrigens auch kein Problem.)

Ich habe dann, weil ich gerade so im Schwung war, gleich ein zweites Paar angefangen – und war überrascht, wie rauh und geradezu grob eine normale Massen-Sockenwolle ist, wenn man noch vor Kurzem reines Merino in den Fingern hatte … Jedenfalls habe ich Lust zum Weiterstricken.

Tja, das waren jetzt viele Worte um ein simples Paar Socken, aber nachdem das mein erstes vollendetes Strickprojekt seit langem ist und ich zum allerersten Mal überhaupt über ein vollendetes Kreativprojekt blogge, mußte das irgendwie sein.

Und gleich noch eine Premiere: ich verlinke zum ersten Mal etwas bei „RUMS – Rund ums Weib am Donnerstag„, wo Frauen Dinge vorstellen, die sie für sich selbst genäht, gestrickt, gestickt, gehäkelt oder sonstwie gemacht haben.

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1 Kommentar zu Sockenpremiere

  1. Oh wie schön!

    Und wenn man sie nicht in Schuhe anzieht… dann strapaziert man die Merinosocken auch nicht zu sehr. (Und natürlich dürfen es auch die Füße extraweich haben. 😉 )

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